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Mentoring-Tag 2010 Auftakt für 140 Tandems
Am 8. Mai war es wieder soweit – ein neues Mentoring-Programm startete. 140 Studentinnen wurden in diesem Jahr mit einer Mentorin gematcht, so viele wie noch nie zuvor in der elfjährigen Geschichte des MentorinnenNetzwerks.
Die meisten von ihnen kamen zum feierlichen Auftakt am Campus Westend der Goethe-Universität, um ihrer Mentorin dort zum ersten Mal zu begegnen.
Die Vizepräsidentin der Goethe-Universität Prof. Dr. Roser Valenti machte in ihrem Grußwort deutlich, wie wichtig eine gezielte Förderung des weiblichen Nachwuchses in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern ist – als einzige Physikprofessorin der Frankfurter Uni weiß sie, von was sie spricht.
Nach einem Vortrag, der theoretisch in die Methode des Mentorings einführte, wurde die Grundlagen mit praktischen Hinweisen unterfüttert: Dr. Marianne Gräfin Schmettow und Fiona von Büdingen, die als Tandem an dem Programm 2009 teilgenommen haben, berichteten in einem Interview von ihren Erfahrungen. Schmettow, Leiterin Scientific & Clinical Affairs Management bei Heraeus Kulzer, ist seit 2006 Mentorin und betreut zur Zeit ihre fünfte Kooperation. Sie betonte, dass sie als Mentorin ebenfalls von der Zusammenarbeit profitiert habe.
Dadurch zum Beispiel, dass ihre Mentee ihr in ihrem Berufsalltag über die Schulter geschaut hat, habe sie hilfreiches Feedback bekommen. Außerdem gebe es immer wieder sehr interessante Workshop- und Vernetzungsangebote des MentorinnenNetzwerks, die sie gerne zu ihrer eigenen beruflichen Weiterentwicklung nutze. Und ihr ganz persönliches Highlight aus der Kooperation mit Fiona von Büdingen? Das sei ein Vortrag gewesen, den ihre Mentee gehalten hat und zu dem sie eingeladen war. Ganz still habe sie da in einer hinteren Reihe gesessen und sei enorm stolz gewesen auf „ihre Mentee“.
Auch die Pharmaziestudentin zog ein zufriedenes Resümee: Mit Hilfe von Gräfin Schmettow habe sie alle Ziele erreicht, die sie sich für das Mentoring gesetzt hat, nun legt sie bald ihr zweites Staatsexamen ab und blickt erwartungsvoll in die Zukunft.
Auf den offiziellen Teil, bei dem auch die Tandems zusammengeführt wurden und sich Mentee und Mentorin zum ersten Mal persönlich begegneten, folgte ein Mittagessen, bei dem der erste Austausch begonnen und Kontakte geknüpft wurden.
Am Nachmittag besuchten alle Mentees und Mentorinnen einen von insgesamt acht Workshops zum Thema „Wie gestalte ich eine erfolgreiche Mentoring-Kooperation?“. Dabei wurden viele Anregungen für das kommende Jahr gegeben. Häufig wünschen sich die Mentees zum Beispiel einen Shadowing-Day, also einen Tag, bei dem sie ihrer Mentorin im Berufsalltag über die Schulter gucken. Viele suchen auch eine kompetente Gesprächspartnerin, um wichtige Entscheidungen zu diskutieren, möchten gerne einen Auslandaufenthalt mit ihrer Mentorin vorbereiten oder klären, ob für sie eine Promotion in Frage kommt.
Auch die Mentorinnen haben ihrerseits Erwartungen an die Studentinnen: Initiative sollten sie zeigen, ihre Anliegen klar formulieren und an ihren Themen dranbleiben. Denn, so der Hinweis einer erfahrenen Mentorin: „Ich bin die Beifahrerin, die mit Tipps und Ideen unterstützt. Aber die Mentee sitzt am Steuer.“
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