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Um 8.00 Uhr sollte es vom Goethe-Gymnasium
in Frankfurt aus losgehen. Bis 8.15 hatten sich schließlich
vier Schülerinnen um Enela Agic, Physik-Studentin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
und Junior-Mentorin, versammelt. Die Enttäuschung und Ratlosigkeit
war zunächst groß, waren es doch zehn Schülerinnen,
die sich angemeldet hatten. Es half nichts, die Zeit drängte,
und so machten wir uns zu fünft auf den Weg mit Bahn und Bus
nach Darmstadt. Um 10.00 Uhr kamen wir an, etwas geschafft vom langen
Fußweg von der Bushaltestelle bis zur GSI. Sofort wurden wir
freundlich empfangen, obwohl unsere verminderte Anzahl auch hier
für Ratlosigkeit sorgte.
Zunächst ging es an die Theorie. In einem Konferenzraum wurden
wir von Dr. Petra Schütt über Forschungsbereiche, Ziele
und Ergebnisse des Instituts informiert. Es wurden die theoretischen
Grundlagen für den uns bevorstehenden Rundgang geschaffen.
Der Rundgang führte uns durch mehrere Laboreinrichtungen hindurch
auch zum Linearbeschleuniger, der mit seiner Größe wohl
jeden von uns beeindruckte. So sahen und erlebten wir Forschungseinrichtungen
für die verschiedenen Gebiete der GSI, von Kern- und Atomphysik
über Plasmaphysik bis hin zur Biophysik und der damit verbundenen
Krebstherapie mit Schwerionen. Obwohl wir manches Mal an die Grenzen
unseres Verstehenshorizontes stießen, schafften wir es doch,
uns ein Bild von physikalischer Forschung zu machen.
Bis 12.30 Uhr konnten wir uns schließlich in der Kantine bei
einem leckeren Mittagessen erholen und das neu Erfahrene verarbeiten
und in der Gruppe diskutieren.
Der nächste Programmpunkt war eine Diskussionsrunde mit Wissenschaftlerinnen
der GSI. Alle Anwesenden stellten sich und ihre Aufgabenbereiche
kurz vor. Dann wurde bei Saft, Kaffee und Keksen darüber gesprochen,
wie sich Frauen in wissenschaftlichen Berufen durchsetzen, wie Familie
und Beruf zusammenpassen und ob und wobei Frauen an diskreminierende
Grenzen stoßen. Besonders Interessantes konnte eine Spanierin
berichten: In Spanien und auch in vielen anderen Ländern ist
es ganz alltäglich, dass sich Frauen technischen und naturwissenschaftlichen
Berufen zuwenden. Deutschland hat also noch einiges aufzuarbeiten.
Mir persönlich hat diese Gesprächsrunde sehr viel Spaß
gemacht. Es war ermutigend, mit Frauen zu sprechen, die das verwirklicht
haben, wovon ich träume: Mit Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen
haben sie sich eine Stelle im wissenschaftlichen Bereich erarbeitet
und werden als vollwertig und gleichberechtigt akzeptiert. Nach
dieser sehr schönen Erfahrung wurden wir vier Schülerinnen
jeweils zu zweit einer Mitarbeiterin zugeteilt.
Nun erwartete uns ein spannender Einblick in die praktische Arbeit
in einem Forschungszentrum. Unter der Leitung von Dr. Bettina Lommel
arbeitete ich im Targetlabor. Hier werden Folien aus verschiedenen
Materialien hergestellt, die anschließend im Beschleuniger
mit Schwerionen beschossen werden. Mit viel Fingerspitzengefühl
mussten Kohlenstofffolien hergestellt und ihre Dicke vermessen werden.
Wir wurden toll betreut, durften viel selber machen und mussten
uns nicht scheuen, Fragen zu stellen. Mit Geduld, Kompetenz und
Verständnis wurde jede Frage beantwortet und so blieb bei den
praktischen Übungen kein Wunsch offen. Zum Andenken durften
wir unsere selbst hergestellten Targets mit nach Hause nehmen. Gegen
15.30 machten wir uns alle geschlossen auf den Heimweg. Im Zug erzählten
wir uns gegenseitig, was die beiden Gruppen erlebt und gelernt hatten.
Trotz der leider geringen Teilnehmerzahl war es ein toller und spannender
Ausflug gewesen. Er hat mich in meinem Wunsch nach einer späteren
Tätigkeit im naturwissenschaftlich technischen Bereich bestärkt.
Abschließend ein großes Dankeschön an die Mitarbiterinnen
der GSI, die den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis haben werden
lassen.
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