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Nur für Girls: Erfahrungsberichte Fachrichtungen
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BESUCH DER GESELLSCHAFT FÜR SCHWERIONENFORSCHUNG DARMSTADT 07.07.2003

Um 8.00 Uhr sollte es vom Goethe-Gymnasium in Frankfurt aus losgehen. Bis 8.15 hatten sich schließlich vier Schülerinnen um Enela Agic, Physik-Studentin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität und Junior-Mentorin, versammelt. Die Enttäuschung und Ratlosigkeit war zunächst groß, waren es doch zehn Schülerinnen, die sich angemeldet hatten. Es half nichts, die Zeit drängte, und so machten wir uns zu fünft auf den Weg mit Bahn und Bus nach Darmstadt. Um 10.00 Uhr kamen wir an, etwas geschafft vom langen Fußweg von der Bushaltestelle bis zur GSI. Sofort wurden wir freundlich empfangen, obwohl unsere verminderte Anzahl auch hier für Ratlosigkeit sorgte.
Zunächst ging es an die Theorie. In einem Konferenzraum wurden wir von Dr. Petra Schütt über Forschungsbereiche, Ziele und Ergebnisse des Instituts informiert. Es wurden die theoretischen Grundlagen für den uns bevorstehenden Rundgang geschaffen. Der Rundgang führte uns durch mehrere Laboreinrichtungen hindurch auch zum Linearbeschleuniger, der mit seiner Größe wohl jeden von uns beeindruckte. So sahen und erlebten wir Forschungseinrichtungen für die verschiedenen Gebiete der GSI, von Kern- und Atomphysik über Plasmaphysik bis hin zur Biophysik und der damit verbundenen Krebstherapie mit Schwerionen. Obwohl wir manches Mal an die Grenzen unseres Verstehenshorizontes stießen, schafften wir es doch, uns ein Bild von physikalischer Forschung zu machen.
Bis 12.30 Uhr konnten wir uns schließlich in der Kantine bei einem leckeren Mittagessen erholen und das neu Erfahrene verarbeiten und in der Gruppe diskutieren.
Der nächste Programmpunkt war eine Diskussionsrunde mit Wissenschaftlerinnen der GSI. Alle Anwesenden stellten sich und ihre Aufgabenbereiche kurz vor. Dann wurde bei Saft, Kaffee und Keksen darüber gesprochen, wie sich Frauen in wissenschaftlichen Berufen durchsetzen, wie Familie und Beruf zusammenpassen und ob und wobei Frauen an diskreminierende Grenzen stoßen. Besonders Interessantes konnte eine Spanierin berichten: In Spanien und auch in vielen anderen Ländern ist es ganz alltäglich, dass sich Frauen technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zuwenden. Deutschland hat also noch einiges aufzuarbeiten. Mir persönlich hat diese Gesprächsrunde sehr viel Spaß gemacht. Es war ermutigend, mit Frauen zu sprechen, die das verwirklicht haben, wovon ich träume: Mit Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen haben sie sich eine Stelle im wissenschaftlichen Bereich erarbeitet und werden als vollwertig und gleichberechtigt akzeptiert. Nach dieser sehr schönen Erfahrung wurden wir vier Schülerinnen jeweils zu zweit einer Mitarbeiterin zugeteilt.
Nun erwartete uns ein spannender Einblick in die praktische Arbeit in einem Forschungszentrum. Unter der Leitung von Dr. Bettina Lommel arbeitete ich im Targetlabor. Hier werden Folien aus verschiedenen Materialien hergestellt, die anschließend im Beschleuniger mit Schwerionen beschossen werden. Mit viel Fingerspitzengefühl mussten Kohlenstofffolien hergestellt und ihre Dicke vermessen werden. Wir wurden toll betreut, durften viel selber machen und mussten uns nicht scheuen, Fragen zu stellen. Mit Geduld, Kompetenz und Verständnis wurde jede Frage beantwortet und so blieb bei den praktischen Übungen kein Wunsch offen. Zum Andenken durften wir unsere selbst hergestellten Targets mit nach Hause nehmen. Gegen 15.30 machten wir uns alle geschlossen auf den Heimweg. Im Zug erzählten wir uns gegenseitig, was die beiden Gruppen erlebt und gelernt hatten.
Trotz der leider geringen Teilnehmerzahl war es ein toller und spannender Ausflug gewesen. Er hat mich in meinem Wunsch nach einer späteren Tätigkeit im naturwissenschaftlich technischen Bereich bestärkt.
Abschließend ein großes Dankeschön an die Mitarbiterinnen der GSI, die den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis haben werden lassen.

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