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Studentinnen und Berufsanfängerinnen lernen von erfolgreichen Frauen aus der Technik

Wie ist sie wohl, die Studentin, die ich ein Jahr begleiten und unterstützen werde? Was bewegt Frauen am Ende des Studiums und beim Berufseinstieg? Welche Erwartungen haben sie an das Berufsleben? Welche Fragen werden auf mich zukommen? Werden wir miteinander kooperieren können? Gespannt und neugierig ging ich an unser erstes Treffen. Sie kam etwas unsicher und nervös, aber schon bald entspannte sich die Situation. Sie war mir sofort sympathisch und wir haben schnell eine gute Vertrauensbasis gefunden. Wir waren uns beide einig, dass wir die Kooperation starten. Wir vereinbarten regelmäßige Treffen alle 6 Wochen.
Als erstes wollten wir ihre Ziele herausfinden und dann bereits mit konkreten Fragen starten. Dieses Vorgehen, welches mir als langjährige Geschäftsführerin einer Vertriebsorganisationbereits in Fleisch und Blut war, kam der jungen Frau eher fremd vor. Was will sie wirklich von ihrer Mentorin? Dazu gab es für die Mentees zusätzliche Unterstützung vom Netzwerk in Form von Workshops zu den Themen Ziele setzen, Arbeitstechnik, Zeitmanagement etc.
Auch die Mentorinnen werden an 2 Wochenenden unter dem Titel "Professionelles Mentoring - gezielt führen, motivieren und begleiten" ausgebildet. Zusätzliche Supervisionstreffen geben die Möglichkeit Erfahrungsaustausch zu pflegen.
Darüber hinaus gibt es auch die Vernetzungstreffen. Dies sind Treffen von allen Mentorinnen und Mentees gemeinsam. Hier stellen Mentorinnen ihre unterschiedlichen Berufskarrieren vor, da gibt es die Physikerin am Institut für Schwerionen-forschung, die Geologin vom Hessischen Ministerium, die Mathematikerin von Fraport AG, die Geschäftsführerin einer Film- und Fernsehproduktion und andere mehr - eine Vielfalt von Berufswegen, aber auch manch eigenwilligen Lebensweg. Hier ist auch der Ort um Kontakte zu pflegen und aktiv zu "netzwerken".

Was sind typische Ziele der Studentinnen oder Berufs-anfängerinnen? Sie wollen ihre Persönlichkeit stärken, mehr Sicherheit in ihrem Auftreten, Hilfestellung bei der Stellen-suche, wissen wie ein Vorstellungsgespräch idealerweise abläuft oder wie frau Gehaltsverhandlungen führt und vieles mehr.

Es macht Spaß zu sehen, wie viel Frauen gemeinsam in einer offenen und hilfsbereiten Atmosphäre bewegen können. Besondere Freude bereiten mir die ständigen Entwicklungsschritte meiner Mentee. Kleine Impulse, offene Fragen, positive Rückmeldungen werden so konstruktiv aufgenommen und umgesetzt, dass ich diese Art von Arbeit am liebsten jeden Tag machen möchte. Dieses Bewusstsein verbunden mit meiner Vision "Menschen in Veränderungsprozessen beratend und unterstützend zu begleiten" haben auch bei mir einen Entwicklungsschritt ausgelöst. Ich habe meine Aufgabe als Geschäftsführerin aufgegeben und arbeite nun als selbständige Beraterin im Bereich Vertriebsoptimierung, Coaching und Potentialanalyse.
Ich hoffe, dass auch in Zukunft noch viele Frauen als Mentorinnen und Mentees von diesem wertvollen Programm profitieren können.

Maja Härri, Usingen, maja.haerri@t-online.de

08.05.2003/Artikel IHK über Mentoring

 

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