Dipl.-Ing.
Susanne Zschaubitz
Mentee: Sabine Meyersieck (Fernsehtechnik)

"Ich kann Dir den Fuß
in die Tür stellen, aber durchgehen musst Du schon selber!"
An dieses Zitat meines Vaters musste ich denken, als im Frühjahr
das Mentorinnennetzwerk an mich herantrat und mich fragte, ob ich
mir vorstellen könnte als Mentorin für eine Studentin
der Fernsehtechnik aktiv zu werden.
Bereits beim ersten Treffen mit Sabine,
meiner eventuell zukünftigen Mentee, war eines klar: "Die
Chemie stimmt!"
Obwohl unsere ersten"Erwartungen"
an eine Zusammenarbeit völlig unterschiedlich waren, wurden
wir uns schnell einig. Unser Timing würde sich aufgrund meiner
Tätigkeit, wesentlich vom ursprünglich geplanten unterscheiden.
Treffen auf Zuruf, Einblicke in Produktionsabläufe "Call
by Call".
Als Geschäftsführerin und Inhaberin
eines kleinen Produktionsunternehmens für Film und Fernsehen
gibt es für mich keine festgelegten Arbeitszeiten, und somit
auch keine festen Freiräume. Danach musste sich auch Sabine
richten, wenn wir ein erfolgreiches Mentoring - Tandem werden wollten.
Teamgeist, Spontaneität, Zuverlässigkeit,
Kreativität, Professionalität; sind die Kernpunkte, wenn
es darum geht in unserer Branche ein gutes Produkt abzuliefern.
Meiner Meinung nach war es weit wichtiger Sabine
die Einblicke in die Praxis zu gewähren und Perspektiven für
die eigene Berufstätigkeit zu schaffen, als lediglich in Gesprächen
Denkanstösse zu geben. Aus eigener Erfahrung weiß ich,
dass neben der fachlichen Qualifikation die praktischen Tätigkeiten
während des Studiums zu den größten "Hinguckern"
gehören im Lebenslauf einer jungen Ingenieurin.
Darüber hinaus denke ich, dass an den
Hochschulen, gerade an den Fachhochschulen, die ja mit dem Praxisbezug
verbunden werden, zwar die technischen Grundlagen gut vermittelt
werden, jedoch das Aufzeigen der vielfältigen Berufszweige
mit solch einer Ausbildung immer noch zu kurz kommt.
Also haben wir den Schwerpunkt unseres Mentorings
auf PRAXIS gelegt.
Der Erfolg gibt uns recht.
Fühlte sich Sabine doch anfangs noch
etwas überrumpelt, ob meiner Einstellung zum Mentoring, so
hat sich das doch innerhalb weniger Monate in "Sicherheit"
und "Engagement" gewandelt.
Drehbücher lesen, Ideen entwickeln, Dreharbeiten,
Schnitt, Animation, Texten, Tonstudio, Mastertapes, kurz: alles
was zur Produktion eines sendefertigen Beitrags gehört. In
unserer Welt ist die Technik zwar einer der wichtigsten Faktoren,
aber dennoch "nur" Mittel zum Zweck. Gutes Programm machen,
das den Zuschauer fasziniert.
Es macht mir viel Spaß, die Vielfältigkeit
der Fernsehwelt an Sabine
weiterzugeben, und ihr damit Perspektiven für die eigene Karriere
zu eröffnen.
Mal ganz davon abgesehen, dass Sie dabei den
für sich richtigen Berufszweig entdeckt hat, und auch gleich
ihr berufspraktisches Semester in diesem Segment machen wird, ist
sie selbst zur erfolgreichen Mentorin
für Schülerinnen geworden.
Die Rückmeldungen über Ihre Erfolge
sind der schönste "Lohn" für mich als Mentorin.
Die Bestätigung dafür, dass mein "Neee, alles anders..."
der richtige Weg war.
Und wer jetzt noch fragt: "Und was hast
du davon?", dem kann ich nur sagen: "Ich habe ein vollwertiges
Teammitglied gewonnen!"
Darüber hinaus, möchte ich allerdings
noch anmerken, sammelt man eine Menge Erfahrungen zum Thema Führungsfähigkeiten
und den neuerdings so hoch geschätzten "Soft Skills".
Ich kann jeder Kollegin nur empfehlen sich auf das "Abenteuer
Mentoring" einzulassen.
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