Dr. Cornelia Seeberg, Leiterin Referat Gremienorganisation, TU Darmstadt

Zwischen dringenden Sitzungen und noch dringender zu erledigenden Aufgaben auf meinem Schreibtisch und der absolut gesetzten Abholzeit meiner Tochter vom Kindergarten sind ungefähr alle vier Wochen zwei Stunden für meine Mentee reserviert. Manchmal frage ich, oft fragen die Mentees mich, warum ich das eigentlich mache. Ist es purer Altruismus? Ein bisschen schon: daran mitwirken, dass der Traum irgendwann Wirklichkeit wird, den ich als Studentin hatte, dass Frauen selbstbewusst gleichberechtigt sind, Karriere machen und Kinder haben. Aber es lohnt sich auch für mich: in Kontakt bleiben mit dem wissenschaftlichen Arbeiten oder dem Alltag des Studiums, der unvergleichlich wertvolle Kontakt zu den anderen Mentorinnen, der Einblick in Berufsbiographien und ganz besonders jedes Mal wieder: mit den Mentees total interessante junge und kluge Frauen kennenlernen. Dafür lohnt es sich!

Prof. Dr. Christina Trautmann, Physikerin, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung

Gut ausgebildeten jungen Frauen steht heute in vieler Hinsicht die Welt offen. In dem großen Wald der Möglichkeiten einen geeigneten persönlichen Weg zu finden ist damit jedoch nicht einfacher geworden. Basierend auf den eigenen Berufs- und Lebenserfahrungen macht es Spaß, in den zum Teil sehr intensiven Gesprächen mit der Mentee kritische Punkte zu erarbeiten, Zweifel auszuräumen oder Alternativen aufzuzeigen. Die verschiedenen Beratungsphasen und die Begleitung der Entscheidungsprozesse empfinde ich immer wieder als extrem spannend. Die Mentorinnentätigkeit sowie der Kontakt und die Diskussion mit anderen Mentorinnen sind zudem äußerst anregend für Selbstreflexionen und hat mir immer wieder mal geholfen Lösungsansätze für eigene Probleme zu finden.

Dr. Corina Hunger, Laborleiterin, Sanofi Deutschland

Als Doktorandin habe ich selbst als Mentee am Mentoring-Programm teilgenommen. Meine Mentorin hat mich sehr motiviert, beeindruckt und persönlich weitergebracht. Ich wollte erfolgreich im Beruf und im Privaten sein und das Mentoring hat mir gezeigt, dass es allen Widerständen zu trotz funktionieren kann. Diese Erfahrung wollte ich gerne weitergeben.
Ich bin dem Netzwerk treu geblieben, habe mittlerweile zwei Kinder und bin selbst als Mentorin tätig. Da ich in einem Unternehmen arbeite, das mit dem MentorinnenNetzwerk kooperiert, konnte ich innerhalb der Firma vom Netzwerk profitieren, beispielsweise durch den monatlichen „Mentorinnen-Stammtisch“ in der Kantine. Dort habe ich die Möglichkeit Kolleginnen aus Bereichen kennenzulernen, mit denen ich sonst keinen Kontakt hätte. Bei beruflichen Fragestellungen ergeben sich dort manchmal Impulse für meine tägliche Arbeit. Der Austausch mit anderen Frauen zeigt mir, dass es viele Wege zu einem erfolgreichen Berufsleben gibt, der mit Familie zu kombinieren ist und dass man sich auch mal was (zu-) trauen muss.
Mir macht es Spaß den jungen Studentinnen und Promovierenden einen ersten Einblick in die Berufswelt zu ermöglichen. Dabei ist es mir immer wichtig, der Mentee die eigenen Stärken bewusst zu machen und ihr bei der Entscheidungsfindung als Ratgeber zur Seite und hinter ihr zur stehen. Es war spannend zu sehen, welche Fragestellungen am Anfang jeder Kooperation standen und wie sich die Mentees in dieser Zeit entwickelt haben Darüber hinaus ist es immer gut wieder selbstreflektierend über seinen eigenen Werdegang nachzudenken: „Wieso habe ich mich zu diesem Studiengang entschlossen? Was habe ich bisher schon erreichen können und wo will ich hin?“